Damit Sie eine Vorstellung davon haben, was bei der Realisierung dieses Projekts auf Sie zukommt, finden Sie hier einen Auszug aus der Bauanleitung.


Miniatur - Stereoverstärker MicroPower


MicroPower

1. Lieber Musikfreund

herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Entscheidung, den Bau eines ausgereiften Audiogerätes selbst in die Hand zu nehmen. Was ich persönlich gerade in einem Zeitalter, in dem jeder nur noch Ergebnisse erwartet, den Weg dorthin aber ignoriert, sehr begrüße.

Der besondere Reiz dieses Selbstbau-Projektes liegt darin, dass Sie nicht nur das Ergebnis vieler Jahre Ingenieurskunst im Umgang mit dem Thema Musikwiedergabe kennen lernen, sondern Sie sich auch ein gutes Stück persönlich daran beteiligen und ein individuelles Ergebnis erhalten.

Mit etwas handwerklichem Geschick ist das Projekt an einem Wochenende fertig gestellt. "Nur" sauberes Arbeiten, aber keine tief greifenden Elektronikkenntnisse sind zur Komplettierung erforderlich.

Der Stereoverstärker MicroPower leistet 2x20 Watt, erscheint aber von der Darstellung her deutlich kräftiger. Der Verstärker selbst arbeitet mit einem Chip, dessen Ausgangsstufe im Brückenbetrieb arbeitet. So wie er hier eingesetzt wird, ziehe ich das Ergebnis allen LM 3886 u.ä. Verstärkern, die ich bisher damit vergleichen konnte, deutlich vor.

Das Netzteil besteht aus einem 160VA-Ringkerntrafo, schnellen Dioden, und einem Kondensatorpack mit 4x 33000µF Nichicon-Profi-Kondensatoren. Effektiv ergibt sich hier insgesamt auch nur ein Wert von 33000µF, denn es sind bei einer Spannungsfestigkeit von jeweils 10V jeweils zwei in Reihe geschaltet. Klanglich passen Sie perfekt zur Gesamtabstimmung. Jeder Kondensator ist noch einmal mit einem kleinen KP-Kondensator sowie einem 220µF-Oscon gebrückt. Die Oscons sind nicht gerade ein Sonderangebot, haben aber einiges zu bieten, wenn es um Musik geht.

Der Verstärker selbst ist auf einer sehr kompakten, doppelseitig durchkontaktierten Platine untergebracht. Alle Ein- und Ausgänge sind mit Schraubklemmen versehen, die man entweder nutzen kann, oder man lötet die Anschlüsse direkt auf die Lötpads auf der Unterseite. Der Eingang für die Stromversorgung ist abgesichert und gegen Verpolung geschützt, und die Betriebsspannung wird direkt am Chip noch mit Oscons und MMK-Kondensatoren stabilisiert.

Alle Massepunkte sind sternförmig zusammengeführt, und es gibt eine Leuchtdiode, die den Betriebszustand anzeigt. Beim Einschalten wird der Verstärker sanft hochgefahren, es gibt also keine unangenehmen Einschaltgeräusche. Neben den Ein- und Ausgängen für den linken und rechten Kanal und dem Stromversorgungsanschluss gibt es zusätzlich noch einen Anschluss, mit dem der Verstärker stumm geschaltet werden kann.

Neben der Verwendung als klassischer Stereo Verstärker ist vor allem der Betrieb eines dieser 2-Kanal-Verstärker pro Lautsprecher im Bi-Amping Betrieb klanglich sehr reizvoll.

Die Verstärkerplatine kommt komplett aufgebaut und geprüft mit Kühlkörper, das Netzteil als Bauteilesatz plus Platine. Dabei sind gute Cinchbuchsen, Lautsprecherterminals, Netzkabel, Kaltgerätestecker mit Sicherungshalter und Schalter.

Jetzt kann es losgehen!

Herzlichst Ihr

Holger Stein

  Bauteile des Bausatz

2. Lieferumfang

Bitte prüfen Sie die Vollständigkeit des Bausatzes anhand der folgenden Stückliste, bevor Sie beginnen! Haken Sie zur besseren Übersicht die einzelnen Positionen im Feld Kontrolle ab. Sollte wider Erwarten etwas fehlen, melden Sie sich bitte einfach unverzüglich. Unsere Bausätze unterliegen einer Qualitätskontrolle.

Lfd.
Nr.
Stk. Bezeichnung Wert Bemerkung Kontrolle
1 1 Verstärkerplatine Fertig aufgebaute Platine mit Kühlkörper [         ]
2 1 Ringkerntrafo 160 VA [         ]
3 1 Leerplatine Zum Aufbau des Netzteils [         ]
4 4 Kondensator 33000 µF/10V Nichicon [         ]
5 4 Kondensator 220 µF Oscon [         ]
6 4 Kondensator KP Folienkondensator [         ]
7 1 Cinchbuchse rot Buchse für das Eingangssignal [         ]
8 1 Cinchbuchse schwarz Buchse für das Eingangssignal [         ]
9 2 Telefonbuchse rot Buchse für den Lautsprecherausgang (Bananenstecker) [         ]
10 2 Telefonbuchse schwarz Buchse für den Lautsprecherausgang (Bananenstecker) [         ]
11 1 Kaltgerätekabel [         ]
12 1 Kaltgerätebuchse Mit Sicherungshalter und Schalter [         ]
13 4 Dioden [         ]
14 1 Leuchtdiode rot Ersatz für die LED auf der Platine [         ]
15 1 Sicherung 2AT Netzsicherung für Kaltgerätebuchse [         ]
16 50cm Litze schwarz 0,25mm2 Eingangssignalkabel und LED [         ]
17 50cm Litze rot 0,25mm2 Eingangssignalkabel und LED [         ]
18 50cm Litze schwarz 1,00mm2 Stromversorgung und Lautsprecher [         ]
19 50cm Litze rot 1,00mm2 Stromversorgung und Lautsprecher [         ]


3. Allgemeine Hinweise zum Bausatz

Zu Ihrer eigenen Sicherheit und um unnötigen Schaden von Ihrem Gerät und anderen Personen abzuwenden, lesen Sie die nachfolgenden Sicherheitshinweise vollständig und beachten Sie!

Absätze die mit dem Symbol beginnen, deuten auf wichtige Hinweise, Tipps etc. hin.

Zuerst erfolgen einige generelle Hinweise zu Sicherheit und Umweltschutz. Die eigentliche Bauanleitung finden Sie in Kapitel 4.

3.1 Sicherheit beim Aufbau des Bausatzes

Das aufzubauende Gerät arbeitet mit Netzspannung. Gehen Sie also nicht sorglos an die Arbeiten und die spätere Inbetriebnahme des Gerätes heran. Die Vorschriften der VDE sind zu beachten. Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, lassen Sie die entsprechenden Bauabschnitte von einem Fachmann durchführen.

Beachten Sie unbedingt die detaillierten Hinweise und Anweisungen im jeweiligen Kapitel!

Wir übernehmen keine Haftung für Schäden oder Folgeschäden am Gerät oder an Personen, die während des Aufbaues des Gerätes oder während des späteren Betriebes auftreten.

3.2 Bestimmungsgemäßer Gebrauch und Umgebungsbedingungen

Das aufzubauende Gerät ist ausschließlich als Leistungsverstärker für Audio-Signale konzipiert. Es darf nicht in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit (z.B. Bad, Sauna) oder hoher Staubkonzentration (z.B. Werkstätten) betrieben werden.

Das Gerät darf nicht im Freien benutzt werden. Sorgen Sie dafür, dass es vor Feuchtigkeit (Regen, Tropf- und Spritz- oder Tauwasser) geschützt ist. Hohe Feuchtigkeit oder hohe Staubkonzentration kann zu Gefahren beim Berühren des Geräts oder einem Brand führen.

Haben Sie das Gerät aus der Kälte in eine warme Umgebung gebracht, lassen Sie es wegen der möglichen Bildung von Kondensfeuchtigkeit ca. 1 Stunde abgeschaltet stehen. Stellen Sie keine mit Flüssigkeit gefüllten Gegenstände oder brennende Kerzen auf das Gerät. Die Garantie wird nur für den Gebrauch in der genannten Umgebung gewährt.

Stellen Sie das Gerät nicht an einen Ort, an dem es zu Erschütterungen kommen kann. Dies kann zur Materialüberlastung führen.

3.3 Stromversorgung

Falsche Netzspannungen können das Gerät beschädigen!

Das Gerät darf nur an Stromnetze mit 220 - 240 Volt Wechselstrom angeschlossen werden! Verlegen Sie das Verbindungskabel zum Gerät so, dass es nicht beschädigt werden kann. Das Kabel darf nicht geknickt oder über scharfe Kanten verlegt, nicht begangen und keinen Chemikalien ausgesetzt werden. Letzteres gilt auch für das Grundgerät. Ein Kabel mit beschädigter Isolierung kann zu Stromschlägen führen und stellt eine Brandgefahr dar!

3.4 Erwärmung im Betrieb

Der Verstärker kann während des Betriebes etwas warm werden. Sorgen Sie dafür, dass der Kühlkörper ausreichend dimensioniert und gut belüftet ist.

Stellen Sie das Gerät so auf, dass es vor direkter Sonneneinstrahlung und zusätzlicher Erwärmung durch Heizkörper oder andere Wärmequellen geschützt ist.

3.5 Beaufsichtigung

Lassen Sie Kinder nicht unbeaufsichtigt am Gerät hantieren! Lassen Sie das eingeschaltete Gerät nicht ohne Aufsicht laufen!

3.6 Gehäuse

Bei der Wahl des Gehäuses haben Sie völlige Gestaltungsfreiheit. Ob Sie Metall, Holz oder Kunststoff wählen, oder auf ein Fertiggehäuse zurückgreifen, bleibt Ihrem persönlichen Geschmack überlassen.

Bitte beachten Sie jedoch die VDE-Vorschriften und achten Sie auf ausreichende Dimensionierung des Kühlkörpers und seine ausreichende Belüftung.

3.7 Schutz der Umwelt

Energieverbrauch

Das Gerät verfügt über einen Ein/Aus-Schalter. Um Strom zu sparen schalten Sie das Gerät aus, wenn Sie es nicht benutzen.

Entsorgung

  Die EU-Richtlinie 2002/96/EG regelt die ordnungsgemäße Rücknahme, Behandlung und Verwertung von gebrauchten Elektronikgeräten. Elektronische Altgeräte müssen deshalb getrennt entsorgt werden. Werfen Sie dieses Gerät bitte nicht in den normalen Hausmüll!


4. Bauanleitung

Nach dem trockenen Vorspann geht's nun endlich richtig los! Sie sind sicher bereits gespannt und wollen anfangen, Ihren MicroPower endlich zusammenzubauen.... Die folgende Bauanleitung erleichtert es Ihnen durch eine detaillierte und bebilderte Schritt-für-Schritt-Beschreibung der einzelnen Arbeitsgänge.

Bitte gehen Sie nach Beendigung von Arbeitsschritten den jeweiligen Schritt noch einmal zur Sicherheit durch (doppelte Kontrolle). Bitte setzen Sie bewusst nach der erfolgten Kontrolle der Arbeitsschritte den entsprechenden Kontrollhaken im dafür vorgesehenen Kästchen.

Der Bausatz enthält zwar nur wenige Teile, aber dennoch ist umsichtiges und vorausschauendes Arbeiten gefordert.

Wir empfehlen daher diesen Bausatz ausdrücklich nicht für echte Anfänger im Bereich des Elektronikselbstbaus. Ein gewisses Maß an Fertigkeiten im Umgang mit Spitzzange und Lötkolben ist hier unbedingt von Vorteil.

4.1 Vorbereitende Arbeiten / Werkzeuge

Bevor Sie den Verstärker in ein Gehäuse Ihrer Wahl einbauen, sollten Sie ihn auf einem Holzbrett der Größe 20x30 bis 30x40 cm probehalber aufbauen. In dieser Anleitung wird nur der provisorische Aufbau beschrieben. Bitte legen Sie sich dazu folgende Werkzeuge griffbereit:

  • Seitenschneider
  • Abisolierzange oder auch ein scharfes Teppichmesser zum Abisolieren der Drahtenden
  • Spitzzange oder Pinzette zum Halten und Biegen von Bauteilen
  • Lötkolben 25..60W mit einer schmalen Lötspitze für Elektronikarbeiten
  • Elektronik-Lötzinn, 0.5 bis 1mm Durchmesser
  • Multimeter zur Inbetriebnahme
  • 6mm Bohrer
  • Schlüsselfeile, rund
  • Weiteres Werkzeug ist von der Art des Gehäuseaufbaus abhängig

4.1.1 Zusammenbau des Netzteils: Kondensatoren C1-C4

  Die Bauteile des Netzteils sind auf dem nebenstehenden Foto gut zu erkennen. Die Bestückung ist durch die Beschriftung der Platine eigentlich selbsterklärend. Die Nichicon-Kondensatoren C1-C4 werden geschraubt. Hier kann es erforderlich sein, die vorgesehen Löcher mit einem 6 mm Bohrer und einer Schlüsselfeile vorsichtig nach zu bearbeiten. Die Kondensatoren sollten spannungsfrei auf der Platine sitzen. Die Polung ist zu beachten. Tipp: Der +Pol der Nichicon-Kondensatoren ist mit einem roten Ring markiert.

Wenn die Reihenfolge beim Zusammenbau des Netzteils nicht eingehalten wird, passen die Nichicon-Kondensatoren nicht mehr auf die Platine. Die übliche Reihenfolge beim Bestücken einer Platine (von klein nach groß) führt hier nicht zum Ziel!


4.1.2 Zusammenbau des Netzteils: Kondensatoren C5-C8

  Jetzt werden die Oscon-Kondensatoren C5-C8 in die vorgesehenen Bohrungen gesteckt und die Beinchen abgewinkelt. Auch hier bitte auf die Polung achten! Tipp: die -Pole von C5-C8 sind auf dem Gehäuse mit einem hellen Streifen gekennzeichnet. Dann können die Kondensatoren angelötet werden. Danach werden die Beinchen abgeschnitten.


4.1.3 Zusammenbau des Netzteils: Kondensatoren C9-C12

  Nun werden die KP-Kondensatoren C9-C12 an die vorgesehenen Stellen gesteckt und verlötet. Diese Kondensatoren sind bipolar, es ist also keine Polung zu beachten. Mit der Krümmung der Beinchen rasten die Kondensatoren in der Platine ein, können beim Löten also nicht herausfallen. Die überstehenden Beinchen werden mit einem Seitenschneider gekürzt. Liegen dem Bausatz KP-Kondensatoren mit "normalen Beinchen" bei, wird wie in Abschnitt 4.1.2 vorgegangen.


4.1.4 Drahtbrücken und Dioden

  Die Lötpunkte P3 und P10 sowie P6 und P15 werden mit einem Stück Draht(0,5 mm2) von ca. 40mm Länge verbunden. (Ob isoliert oder nichtisoliert ist, nicht entscheidend)

  Die Dioden werden vorsichtig wie abgebildet gebogen. Dann wird in die Lötpunkte P2 und P7 je eine Diode mit der Kathode (das Ende mit dem silbernen Ring) gesteckt. Die Lötpunkte P11 und P14 erhalten eine Diode mit dem Anodenende. Die nach oben gebogenen Enden werden jeweils über den Drahtbrücken zusammengeführt. Wird ein nicht-isolierter Draht als Brücke verwendet, sollten Sie auf ausreichenden Abstand achten.

  Die Dioden werden in der abgebildeten Position miteinander und anschließend an der Platine verlötet.

 
Jetzt werden noch die Lötpunkte P2 und P7 mit einem ca. 10 cm langen Stück rot isolierter Litze verbunden. In der Mitte der Litze wird ein Stück abisoliert. Hier wird später der +Versorgungsdraht zur Verstärkerplatine angelötet. Ebenso werden die Lötpunkte P12 und P13 verbunden. Diese Verbindung stellt die -Versorgung dar. Sie kann unisoliert oder wie dargestellt isoliert ausgeführt werden.


4.2 Zusammenbau der Komponenten

Nun wird der Zusammenbau der Komponenten vorbereitet.

Sie arbeiten hierbei auch mit Wechselstrom aus dem Stromnetz. Sie sollten sich absolut sicher sein, wenn sie diese Arbeitsschritte durchführen. Ein Fehler kann hier tödlich sein. Wenn Sie unsicher sind, fragen sie einen Fachmann.

Als erstes wird die Kaltgerätebuchse mit dem Schalter und den Sicherungen vorbereitet. Als Sicherungen werden je nach Ausführung des Schalters 1 oder 2 Feinsicherungen 1.5 A T verwendet. Die Kabel können verlötet oder mit Crimpsteckern versehen werden. Die Kabellängen sind von der Art des Gehäuses abhängig.

Wird ein Metallgehäuse verwendet, ist auf den korrekten Anschluss des Schutzleiters (Erdung) zu achten! Er muß eine gut leitfähige Verbindung zum Gehäuse haben. Eine feste Verschraubung mit Sternscheibe ist günstig. Isolierende Lacke und auch die Eloxalschicht von Aluminiumgehäusen müssen an dieser Stelle entfernt werden!

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Anbei noch ein Beispiel für eine betriebsfertige Installation des MicroPower. Links ein Bild mit allen montierten Komponenten, rechts die Rückseite. Für eine vergrößerte Darstellung klicken Sie bitte auf das Bild.

(Das abgebildete Holz-Gehäuse ist nicht im Lieferumfang enthalten!)